Hej, Fika-time and „domestic work is work“

Hej und guten Morgen!

Ein weiterer spannender Tag liegt hinter mir und ich kann euch sagen: ich hab wirklich schon einiges erlebt…. Gestern habe ich einen noch genaueren Einblick in die Arbeitsweise der Kommunal bekommen, den ich euch erzählen möchte. Begonnen hat alles am Morgen als ich im Büro mit den Worten:“ Hej Astrid, come with us, it’s fika-time“ begrüßt wurde. Wie sich später herausstellte ist die „fika-time“ eine bezahlte Pausenzeit, die den Beschäftigten zwei mal täglich zum Austauschen und Kontakte vertiefen gegeben wird. Üblicherweise wird während dieser Pause gemeinsam in der unglaublich großen Gemeinschaftsküche Kaffee getrunken und gefrühstückt – so kann der Tag gut anfangen!
Dabei konnte ich dann Tom kennenlernen, der ja für die Kinderbetreuungseinrichtungen in Schweden zuständig ist.
Gemeinsam mit Tom habe ich mich dann ans Werk gemacht und grundsätzliche Informationen über die Kinderbetreuungseinrichtungen in Schweden mit jenen in Österreich verglichen aber dazu später mehr.
Was noch an der Arbeitsweise bei Kommunal auffällt ist, dass es weder fixe Arbeitszeiten noch Zeiterfassungssysteme gibt. Die Regelung lautet lediglich Frühling und Sommer 8 Stunden Arbeit und im Herbst und Winter sind 8,5 Stunden Arbeit zu leisten.
Wie ihr vielleicht an meiner Beschreibung der Pausen schon gemerkt habt, legt die Kommunal ausgesprochen viel Wert auf Kommunikation und das findet sich in jedem Winkel des Hauses wieder. In jedem Stockwerk gibt es 2 große Besprechungsräume, Nischen zum Zusammensetzen, Gemeinschaftsräume, eine große Küche und vieles mehr.
Kommunal sieht die Kommunikation zwischen den KollegInnen als ihr wichtigstes „Tool“ in der Vertretung der Arbeitnehmerinteressen.

Nun zu den Kinderbetreuungseinrichtungen: Als ersten Schritt haben Tom und ich beschlossen, dass wir uns das schwedische Bildungssystem im Überblick ansehen um dann im nächsten Schritt, der in den kommenden Tagen folgen wird, bestimmte Mechanismen besser verstehen zu können. Hier ein kurzer Überblick:

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  • Preschool
  • Preschool class
  • Leisure-time centers
  • Other pedagogical activities
  • Compulsory school
  • Upper secondary school
  • Adult education
  • Supplementary school
  • Folk high schools (independent adult education colleges)
  • Higher vocational education
  • Universities and university colleges

Tom und ich werden uns in den kommenden Wochen auf die ersten drei Bildungseinrichtungen konzentrieren.

Am Nachmittag habe ich dann die Möglichkeit bekommen, mit Anita Lundberg einen Workshop etwas außerhalb von Stockholm zu besuchen. Anita betreut Mitglieder und Belegschaftsvertreter in Krankenhäusern und HausarbeiterInnen (Nannies, Gärtner, Haushälter, … die bei Privatpersonen beschäftigt sind). Genau um zweitgenannte Gruppe ging es gestern bei dem Workshop an dem GewerkschafterInnen, HausarbeiterInnen und Mitglieder von NGOs die sich gegen die prekären Arbeitsverhältnisse in diesem Bereich einsetzen teilnahmen. Der Workshop „Domestic Work is work!“ wurde in Zusammenarbeit mit der Organisation „Justice for Domestic Workers“ (J4DW) organisiert. J4DW ist eine Organisation aus England, die eng mit der Unite the Union zusammenarbeitet.
Bei diesem Workshop wurden unter anderem berührenden Erfahrungsberichten von Betroffenen „domestic workers“ geteilt und deren Arbeit bei J4DW vorgestellt. Des weiteren wurde eine Künstlergruppe vorgestellt, die sich ebenfalls mit dieser Thematik auseinandersetzt und mittels Fotografie die Probleme der „HausarbeiterInnen“ aufzuzeigen versucht.
Genauere Informationen dazu findet ihr unter: www.j4dw.org und unter www.werkermagazine.org/domesticwork/

Fotos zum Workshop und aus dem Büro gibt es, sobald ich es wieder geschafft habe mein Handy wieder mit dem Internet zu verbinden… 😉

Bis bald!