Betriebsbesuch bei TATA Steel

Dienstag Morgen bald auf und schnell zum Bahnhof. Dort traf ich mich mit Simon Dubbins und wir starteten unsere Reise nach Port Talbot zur Betriebsbesichtigung bei der Firma Tata. Die 2,5 Stunden lange hinfahrt war geprägt von einer sehr anregenden Diskussion über die Probleme der Englischen Gewerkschaften, vor allem seit der Regierung Thatcher´s. Hier bin ich an den richtigen Mann für diese Art von Gesprächen geraten. Auch die Internationalen Herausforderungen schnitten wir an und es ist interessant dies mal aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Hier wird bei der Unite schon einiges getan. Vorallem die diversen Zusammenarbeiten haben mich Fasziniert. Einerseits sind sie wirklich Dick mit den Steelworkers in Amerika und haben da auch mit Mexiko und Kolumbien eine gute Zusammenarbeit, jedoch auch mit den Gewerkschaften in Kuba und Palästina wird zusammen gearbeitet. Geht Politisch nur schwer rein in den Kopf in der Gewerkschaftsbewegung gibt es diese Hürde nicht und es stehen die Menschen im Vordergrund. Selbstverständlich auch im Europäischen Gewerkschaftsbund und mit ILO wird eng kooperiert. Jedoch gegen Multinationale Konzerne bedarf es noch viel mehr. Da ist es nur logisch das Simon ein Freund von Euro-Betriebsräten ist. Ein weiteres Puzzlestück im Gesamtbild “Interessensvertretung International”.

Aber jetzt wieder zum Ziel der Reise. Tata ein Multinationaler Mischkonzern der sich in Bereichen wie Stahlproduktion (z.B. für Jaguar und Land Rover), Chemie, Kommunikation aber auch Motorbau usw. Engagiert. Wir besuchten eines der 4 Stahlwerke das Tata in UK betreibt. Ein riesiges Gebilde aus Lagerstätten für Erz Kohle, Sinter und was man sonst noch für die Stahlerzeugung braucht. Hochöfen Walzwerken einem Hafen und anderen Gebäuden wie zum Beispiel einem Riesegen Ofen wo aus Kohle Koks gemacht wird.

Küste und im Hintergrund kann man das Stahlwerk sehen.

Küste und im Hintergrund kann man das Stahlwerk sehen.

Das Areal erstreckt sich über mehr als 3 km Länge und 1,5 km Breite. 3.500 Mitarbeiter arbeiten dort und es gibt 4 Gewerkschaften die 2 Größten sind The Unite und Community. Alle haben ihre Shop Stewards und die sprechen nur für ihre Mitglieder, aber sie arbeiten eng zusammen damit alle Arbeitnehmer die gleichen Vereinbarungen haben. Ein übrigens sehr Stolzes Völkchen die Minen und Stahlarbeiter, blicken sie immerhin auf eine mehr als 100 Jahre alte Geschichte zurück. Daher findet man eine Menge an kleinen Denkmäler und sonstigen Historischen Elementen.

Zur Erinnerung an jene 188 Bergarbeiter die in der Zeit zwischen 1849 und 1890 durch Unfälle getötet wurden.

Zur Erinnerung an jene 188 Bergarbeiter die in der Zeit zwischen 1849 und 1890 durch Unfälle getötet wurden.

Auch Lehrlinge werden in der eigenen Lehrwerkstätte ausgebildet. Jedoch dieses Jahr haben sie keinen einzigen Aufgenommen. Jaison einer der Shop Stewards der die Tour begleitete sagte uns das dies ein Problem sei da in 5 Jahren ein Riesiger Schwung an Arbeitern in Pension geht und sie die Facharbeiter benötigen. Unter bedacht auf die Region Wales wo die Arbeitslosigkeit sehr hoch ist und es große Probleme mit Alkohol und Drogen gibt auch ein schwerer Verlust wenn wieder Arbeitsplätze wegfallen.

Die Rückfahrt gestaltete sich ebenfalls als sehr kurzweilig und es wurden die Gesprächstehemen die sich durch den Tag zogen weiter geführt. Daheim um 21:00 war dann ganz schön platt.