Geneva….21 May 2014 mornings

Hi, es geht in die nächste Runde.

Heute wieder Meeting mit Sektorverantwortlichen.

Vormittags Director ICT, Electrical and Electronics, Shipbuilding and Shipbreaking (Verschrottung ausgedienter Schiffe)

Director ist seit vier Jahren für IndustriAll und die Vorgängerorganisation aktiv, davor war er 13 Jahre in Japan gewerkschaftlich tätig.

Shipbuilding and Shipbreaking

Shipbuilding in Europa wird immer produktiver und wettbewerbsfähiger – mit dem Effekt, dass die Probleme in weitentfernte Niedrigstlohnländer “verschifft” werden. Boom der Schiffsproduktion war in den 70er Jahren → Lebenserwartung eines Schiffes beträgt ca. 20 bis 30 Jahre – somit “boomt” seit der Jahrtausendwende der Bereich Shipbreaking. Shipbuilding: nach der weltweiten  Wirtschaftskrise 2008/2009 Absacken der Produktion um 77 % – mit all seinen Neben”geräuschen”.

Shipbuilding Organisationsgrad gut, wogegen bei Shipbreaking Organisationsgrad sehr schlecht ist (Hot Spots sind hier Indien, Pakistan und Bangladesch: Organisationsgrad in Bangladesch 700 von 39.000 ArbeiterInnen).

Bildpräsentation von Kan (November 2013, Besuch in Pakistan), die die extremst schlechten Arbeitsbedingungen im Shipbreakingbereich deutlich macht. Unglaublichste Arbeitsvoraussetzungen, keinerlei Schutzbekleidung, Arbeiten unter abenteuerlichsten Gegebenheiten, keinerlei gesundheitliche Begleitung bzw. Vorsorge; Spitäler mit GESAMT zwei (!) Betten und keinem Mediziner vor Ort, Lohn von teilweise unter zwei Dollar pro Tag etc..

Shipbreaking erfolgt großteils manuell, dh. fast alles per Hand!

Shipbuilding weltweit inkl. Zulieferer ca. 1 Mio. ArbeiterInnen, Shipbreaking ca. 250.000 ArbeiterInnen mit Konzentration auf Indien, Pakistan und Bangladesch.

Aus meiner Sicht ist es wichtig, mit einfachen Mitteln zu verdeutlichen, wie sich die gesamte supply chain vom Bau bis zum Abwracken eines Schiffes darstellt und es möglich sein muss, entlang dieses gesamten Ablaufes und Lebenszyklus die Arbeitsbedingungen gleichwertig hoch und einfwandfrei zu gestalten – und nicht einer auf Kosten des anderen agiert. Verantwortung und Bewusstsein ist zu schaffen.

Strategie Organizing, Living Wage, Ratifizierung Hongkong Konvention (dzt. nur 20 %).

ICT, Electrical and Electronics

Samsung hat seit Beginn 2014 ein großes Werk in Vietnam!

Problemfeld im ICT Sektor ist vor allem der hohe Anteil der “agency workers” / überlassenen Arbeitskräfte, die gewerkschaftlich nicht organisiert und nur schwer zu organisieren sind. In Thailand sind dies fast 70 %, wobei sich dieser Trend im gesamten asiatischem Raum abzeichnet.

Für mich erschreckend ist auch die Entwicklung, dass auch in den von Kan verantworteten Sektoren aus China (gilt teilweise in der Region bereits als ein Hochlohnland) seitens der Konzerne bereits in andere Länder wie Vietnam und Kambodscha ausgewichen wird.

Problemfelder eröffnen sich auch verstärkt im ICT Bereich: Foxconn (knapp 1,3 Mio. Arbeiterinnen)/Apple, aber vor allem Samsung (supply chain befindet sich zur Gänze im Betrieb, deshalb kein Druck von Außen) – jedoch kaum gewerkschaftlich organisiert.

Es gibt genug zu tun.

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