Weltkonzern Coca-Cola treibt ArbeitnehmerInnen zur Verzweiflung

Am Dienstag ging es munter weiter – es stand ein Treffen mit der NOOP Gewerkschaft auf dem Programm. Nur was mich dort erwartete stimmte mich sehr bedenklich und machte mich wütend…

Treffen mit der Gewerkschaft und Streikenden

Treffen mit der Gewerkschaft und Streikenden

Die NOOP sind für die Anliegen der in Getränkeabfüllenden Firmen tätigen ArbeitnehmerInnen in Griechenland zuständig. Hier koordinieren sich auch die BetriebsrätInnen.

Zu Coca – Cola:
Der Firmenhauptsitz von Coca Cola liegt in den USA. Darüber hinaus hat Coca – Cola in 28 verschiedenen Ländern Subunternehmen. Unter anderem auch eines in Thessaloniki. (Auch in Österreich befindet sich ein Standort).

Der Konzern Coca – Cola schreibt seit Jahren Gewinne über Gewinne. Dies ist ja sehr positiv. Das Problem ist, dass in dieser Firma unvorstellbare Gier den Ton angibt. Die Firmenführung will immer mehr Gewinne schreiben. Die Gewinne werden am Rücken der ArbeitnehmerInnen erwirtschaftet.

So geht Coca Cola in Thessaloniki folgendermaßen aggressiv vor:

Sie gliedern so gut wie alle Tätigkeiten aus dem Subunternehmen in Thessaloniki aus und schließen dadurch Abteilungen von Coca Cola. Für die Verrichtung der geschlossenen Tätigkeiten werden weitere Subunternehmen gegründet. Viele Arbeitsverträge der ArbeitnehmerInnen wurden durch diese Vorgehensweise gekündigt oder ein zwangsweiser Wechsel auf einen schlechteren Arbeitsvertrag wurde vollzogen. Vor 5 Jahren wurde mit dieser kapitalistischen Vorgehensweise begonnen. Immer mit dem vorgeschobenen Argument der Krisenbekämpfung.

Hierzu Erzählungen einer betroffenden Person:

Sicherheitspersonen (Securities) wurden von Cola gekündigt – stattdessen wurde ein Subunternehmen gegründet und Personen mit einem schlechteren Arbeitsvertrag eingestellt.

Reinigungskräfte wurden ebenfalls gekündigt – ein Subunternehmen wurde für diese Tätigkeit gegründet und Personen mit einem schlechteren Arbeitsvertrag verrichten ab diesem Zeitpunkt die Reinigungsarbeiten.

Weiters wurde in den Jahren 2011/2012 einzelne Abteilungen der Produktion geschlossen und einzelne Teile des Griechischen Standorts wurden in die Schweiz verlagert, damit man weniger Steuern zahlt. – So waren am Coca Cola Standort in Thessaloniki vor 3 Jahren noch rund 500 ArbeitnehmerInnen beschäftigt. Zur Zeit sind dies nur mehr knappe 80.

Vor knapp 8 Monaten war für 55 ArbeitnehmerInnen der Gipfel der Frechheiten von Coca – Cola erreicht. Sie traten in den Streik und führen bis heute diesen Arbeitskampf. Sie verlangen vom Weltkonzern Coca – Cola Arbeitsplätze von denen sie leben können! – Durch Ihre Arbeit im Gewinnschreibenden Unternehmen Coca – Cola wollen sie sich Ihr (Über)leben leisten können!

Ein Streikender erzählt, mit emotionaler Stimme, dass sie seit dieser Zeit weder Entgelt noch Streikgeld erhalten und dass sich unter den Streikenden auch Familienväter befinden, die mit Ihrem Einkommen Ihre Familie ernähren müssen. Auch diese sind noch immer entschlossen und werden im Kampf um faire Arbeitsplätze nicht aufgeben! – Er betont, dass sie diesen Kampf fertigkämpfen werden!

In Anbetracht dessen, dass die Firmenleitung von Coca – Cola den streikenden erhebliche Einmalzahlungen angeboten hatten, dass diese Ihre Arbeitsverhältnisse freiwillig kündigen – dies aber diese 55 streikenden Arbeitnehmer nicht getan hatten, wird mir klar, dass hier die wahren Helden der Arbeit Ihren Kampf führen!

Neben der Niederlegung der Arbeit wird gemeinsam von den BetriebsrätInnen und der NOOP Gewerkschaft seit knapp 8 Monaten eine Kampagne durchgeführt, in der sie zum Boykott der Produkte von Coca Cola aufrufen. – Dies geschieht per Flugblätterverteilung und mittels der Sozialen Medien Facebook und Twitter. Erste Erfolge durch diese Vorgehensweise sind bereits sichtbar. Coca – Cola verliert in Thessaloniki immer mehr den Markt an die kleineren Hersteller. Weiters wurden Sensibilisierungsschwerpunkte in der einzelnen weltweiten Coca – Cola Werken initiiert.

Eines muss jedem klar sein – es handelt sich hier um eine Vorgehensweise die in Griechenland getestet wird. Geht diese hier ohne Widerstand durch, so wird sich Coca Cola bestätigt fühlen und auch in den anderen Ländern diese Vorgehensweise wählen.

Eines wird mir hier klar: Die ArbeitnehmerInnen von Cola führen Ihren Arbeitskampf für die weltweit beschäftigten ArbeitnehmerInnen bei Coca – Cola. – Für mich sind Sie echte Helden!