Die politische Landschaft

Bevor es am Donnerstag mit dem Zug nach Athen weiterging, hatte ich noch die Möglichkeit einiges über die politische Situation in Griechenlaned zu erfahren. Am Abend besuchte ich die Rede des Sitzenkanditaten von Syriza, der diese am Hauptplatz von Thessaloniki  vor Massen von Menschen abhielt.

Rede des Syriza Spitzenkanditaten zur EU-Wahl

Massen verfolgten die Rede

Das Kräfteverhältnis der Parteien (seit 2012):

Die ND (Konservative Partei) und die PASOK (Sozialdemokraten) bilden eine Koalition. Die ND hat die Mehrheit der Stimmen. Trotz eines enormen Einbruchs der Stimmen ist die PASOK weiterhin eine der Regierungsparteien.

Die derzeit stärkste Oppositionspartei ist die Linke Syriza. Sie war die zweitstärkste Partei bei den Wahlen im Jahr 2012. Sie ist die Hoffnung vieler ArbeitnehmerInnen und und errang bei den am letzten Sonntag stattfindeten Regionalwahlen in Athen und den Gebieten rund um Athen erstmals die Mehrheit an Stimmen. Diese Partei erhofft sich für die heute stattfindenden EU-Wahlen eine Mehrheit, um im nächsten Schritt die Nationale Regierung unter Druck zu setzen und dadurch Neuwahlen zu erzwingen.

Rede des Syriza Spitzenkanditaten zur EU-Wahl

Rede des Syriza Spitzenkanditaten zur EU-Wahl

Der Aufstieg der Rechten Patei Golden Town:

Die Rechte Partei Golden Town wird von den unterschiedlichsten Personen als Faschistische Partei mit einem großen Gefahrenpotential beschrieben. Ein Grieche erklärt, dass Ihr Parteiprogramm teilweise eins zu eins mit dem der damaligen Nationalsozialisten ident ist! – Diese jedoch als Partei offiziell anerkannt ist und die letzten Jahre hinweg immer mehr an Zustimmung gewann. So hatte sie vor 4 Jahren noch eine Zustimmung von 0,1%, bei den Parlamentswahlen 2012 schon
~ 7% und bei den letzten Sonntag stattfindenden Regionalwahlen in Athen bereits 16,1%. Bei den EU Wahlen rechnen sie sich eine Stärke von über 12% aus. Auf die Frage ob, sollte diese Partei jemals an die Macht kommen, dann Krieg herrschen würde, erklärt mir ein Grieche, dass er dies nicht glaubt. – Sie würden anders Denkende verfolgen – aber nicht sichtbar!

Ein anderer Grieche bringt die derzeitige politische Situation mit folgenden Worten auf den Punkt:

„Die Demokratie wurde in Griechenland geboren – und jetzt haben wir diese Probleme.“