Ausbildungssystem in England

Treffen mit Richard Clark der sich Zeit nahm um mir das Ausbildungssystem für Lehrlinge näher zu bringen. Richard kommt aus dem Elektrikerbereich für Installationen in Gebäuden und hier siehe da gibt es noch einen Kollektivvertrag der alle Briten in diesem Bereich erfasst. Problem gibt es aber mit jenen ausländischen Firmen die ihre Leute nach England schicken um dort für sie zu Arbeiten. Das fehlen eines Sozial-Dumping Gesetztes ermöglicht es das diese Arbeitnehmer nur jenen Löhne bekommen die auch im Land des Arbeitgebers gezahlt werden. Aber jetzt zurück zu den Lehrlingen.

Hier in England läuft das doch etwas anders als bei uns. Es gibt verschiedene Levels von Ausbildung, die NVQ-Levels. Diese können auf zwei wegen erreicht werden. Einerseits über eine Art Lehre die unserer ähnelt und andererseits über das Schulsystem. Levels 1-2 sind eher nur bei Reinigungkräften anzutreffen, hier werden vorallem praktische Themen vermittelt erzählt mir Richard. Ab Level 3 ist es dann schon etwas besser und unserem System ähnlicher, denn hier fließen schon 1600 Stunden theoretischer Schulunterricht in die Ausbildung ein bei 4 Jahren Ausbildung eines Elektrikers. Auf die Praxis bezogen heißt das aber nicht das man ab Level 3 sozusagen Facharbeiter ist. Ein Installateur für Wasser kann man auch schon ab Level 2 sein, aber mit Einschränkungen. Man darf dann zum Beispiel nur in Privaten Wohnungen und Häusern arbeiten aber nicht etwa im Krankenhaus. Die Levels 4-5 werden in der Mehrzahl über Studium erreicht, dies würde aber auch durch Spezialisierung und Weiterbildung von Level 3 aus möglich sein. Die Nachfrage nach Facharbeitern ist groß und nach Auskunft von Richard würden Praktisch und Handwerklich trainierte Arbeitskräfte bevorzugt aber aus den höheren Levels sind es hauptsächlich die Schulischen Ausbildungen die zur Verfügung stehen. Auch wie schon beim Betriebsbesuch bei Tata bemerkt, spiegelt auch dieses Gespräch wieder, das es in England eindeutig an Ausbildungsplätzen fehlt und somit an qualifizierten Facharbeitern. So wie manchmal bei uns in Österreich wo die Arbeitgeber dies nur machen wenn es für sie Günstig (gefördert) ist. Echt unverständlich, den es sind ja jene Arbeitnehmer die den Arbeitgebern in Zukunft die Qualität und Produktivität garantieren sowie Gewinne und Innovationen schaffen.