Auswirkungen der Krise! – Die Fakten

Neben dem spanneden politischen Schwerpunkt zur EU – Wahl hatten wir die letzten Tage in Athen die Gelegenheit mit dem Bildungssekretär der GSEE – Gerasimos Kokkinos und einem seiner Gewerkschaftskollegen in Kontakt zu treten. In den lebhaft geführten Diskussionen wurden uns die tatsächlichen Auswirkungen der Krise und die damit verbundenen Probleme im Sozial- und Gesundheitssystem nochmals vor Augen geführt.

Bürobesprechung bei der Gwerkschaft GSEE in Athen

Bürobesprechung bei der Gwerkschaft GSEE in Athen

Griechenland steht seit dem Jahr 2010 unter der Schirmherrschaft der TROIKA, bestehend aus der Europäischen Zentralbank, dem Internationalen Währungsfond und der Europäischen Kommission. Dieser Zusammenschluss legte der Griechischen Bevölkerung irrsinnige Einsparungen auf, dessen Auswirkungen und die damit unzumutbaren Zustände vor Ort mittlerweile erschreckend sichtbar werden. Öffentliche Gehälter wurden gekürzt, Sozialausgaben zurückgefahren und Kollektivverträge wurden durch gesetzliche Änderungen in die Bedeutungslosigkeit geführt.

  • Arbeitszeitung wurden den Interessen der Industrie angepasst –  10 bis 12 Stundentage sind jetzt Realität
  • Kollektivverträge wurden durch Abschaffung des Günstigkeitsprinzips ausser Kraft gesetzt
  • Der durchschnittliche Verdienst sank um 29%.
  • Der Mindestlohn bei unter 25- jährigen liegt bei €430 netto/ Monat. Der Mindestlohn bei über 25- jährigen Beschäftigten liegt bei € 490 netto/Monat. Dies ist eine Kürzung von 16,3%.
  • Arbeitsverträge wurden zwangsweise geändert oder gelöst
  • 50% der neuen Arbeitsverträge sind flexible
  • Es gibt keine verpflichtenden Überstunden oder Feiertagszuschläge mehr
  • Nur mehr ~ 8% der Arbeitsverträge richten sich nach den Regelungen des Kollektivvertrages
  • Arbeitslosigkeit: 27,6%, Jugendliche bis 25 Jahre = 57,3%
  • Pensionen wurden bedrohlich gekürzt
  • 20 neue Massensteuern wurden eingeführt/ Reiche werden noch immer nicht fair besteuert
  • 97% der Betriebe sind Klein- und Mittelbetriebe, davon haben seit der Wirtschaftskrise 40% geschlossen
  • Von 2008 bis 2013 sank das BIP um 25%, Die Produktivität sank um 23,5%
  • Die Sozialausgaben wurden um 26,99% gekürzt
  • die Obdachlosigkeit nahm um 25% zu
  • 35% der Familien haben Ihre Häuser verloren
  • Einer von 5 Griechen hat keine Krankenversicherung
  • Kinder leiden unter Zahnschäden und Unterernährung
  • Junge GriechInnen verlassen wegen Perspektivenlosigkeit Ihre Heimat

Diese Auflistung scheint umfangreich zu sein. – Leider ist sie nur ein Auszug der wichtigsten Fakten…