„Kalte Progression“ Danke Koll. Alfred Kraus

Die „Kalten Progression“. Sie frisst einen großen Teil der Lohnerhöhungen auch ohne Steuererhöhungen klammheimlich wieder auf. Ein Beispiel: Bei einer Inflation von 2 Prozent und einer Lohnerhöhung in gleicher Höhe muss ein Singlehaushalt mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 32.000 Euro jetzt 94 Euro mehr Steuern bezahlen, obwohl er real gar nicht mehr in der Tasche hat. Anders ausgedrückt: Trotz Lohnerhöhung kann man sich weniger leisten als zuvor.

So funktioniert die „kalte Progression         

Bei steigendem Einkommen steigt automatisch der Steuersatz. So kommt es, dass zwar brutto mehr auf dem Gehaltszettel steht, praktisch aber weniger ausgeben werden kann. Besonders spürbar ist das bei den niedrigeren Einkommen. Das ist die eine Ungerechtigkeit, dort steigt die Steuerkurve besonders steil an. Die andere: Bezieher von hohen Einkommen, die unter den Spitzensteuersatz fallen, werden von der „kalten Progression“ nicht betroffen. So landet die Steuerlast von Jahr zu Jahr immer stärker auf den Schultern von „ Normalverbraucher“. Im Zeitraum zwischen 2014 bis 2017 kommen allein durch die „kalte Progression“ 55,8 Milliarden zusätzlich zusammen.

Der Finanzielle Spielraum zur Abschaffung der „kalten Progression“

Ihre Abschaffung würde in diesem Jahr zwischen 3 bis 4 Milliarden Euro erfordern. Die jüngst veröffentlichen Steuerschätzungen sagen für 2018 im Vergleich zu diesem Jahr Steuermehreinnahmen von 96 Milliarden Euro voraus. Im gesamten Zeitraum kommen 240 Milliarden mehr in die staatlichen Kassen. Gegenüber bisherigen Voraussagen entsteht ein unerwartetes Einnahmeplus von gut 19,3 Milliarden – genügend Mehreinnahmen, um in diesem Jahr auch ohne zusätzliche Gegenfinanzierung die „kalte Progression“ abzubauen.

So lässt sich dauerhaft die „schleichende Progression“ verhindern.

Mit „Tarifs auf Rädern“. Dabei würde der Steuertarif automatisch an die Preisentwicklung angepasst. Übrigens: Vergleichbare Modelle funktionieren bereits in der Schweiz, in Frankreich sowie in Kanada.

So könnte eine dauerhafte Abschaffung der „kalten Progression“ seriös finanziert werden.

Die Politik müsste endlich – auch unter dem Gesichtspunkt der Steuergerechtigkeit – Themen aufgreifen, die sie seit langem vor sich her schiebt:

•die Steuerhinterziehung (100 Milliarden Euro pro Jahr),

•der Dumping-Wettbewerb um die international günstigsten Unternehmenssteuern,

•das Prinzip, dort wo Geld verdient wird, müssen auch die Steuern bezahlt werden, muss endlich europaweit umgesetzt werden.

•die längst überfällige Transaktionssteuer,

•die Abgeltungssteuer, bei der Kapitaleinkünfte nur mit 25 Prozent versteuert werden,

•die im internationalen Vergleich niedrige Erbschaftssteuer bis hin zur Vermögenssteuer.

Das wäre mal ein Anfang, aber es wird ja eh eine Steuerreform kommen!! Unser  Faymann ist doch nicht Blind auf einem Auge!!!!! hahaha……